Michael Peltzer: Freeze Frame

23.03.–03.05.2012 | Galerie PopArtPirat

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Die Motive in Michael Peltzers Malerei scheinen sich unwillkürlich und ohne Planung aus dem Fluss der Farbe zu entwickeln. Sie entsteht wie zufällig und ohne Zutun. Es wird etwas sichtbar, was im Potential der Farbe schon immer verborgen war. Die offensichtlichen Zufallsmomente der sich fließenden, ausbreitenden Farbe sind eine Art Urmasse, die sich auf der begrenzten Bildfläche zu einem motivischen Ganzen entfaltet. Dabei wird ein Schwebezustand erreicht, der sowohl in die abstrakte wie auch in die gegenständliche Richtung offen ist. Es ist sowohl ein Gegeneinander wie ein Miteinander. Als versöhnendes Miteinander ist der Preis der Verlust des Gegenständlichen zugunsten des Malerischen. Der Gewinn ist die Autonomie von Fläche, Farbe und Form.

Die distanzierte, aber kunstgeschichtlich eingeführte Maltechnik schafft ein weiteres Moment einer prekären Balance zwischen Nähe und Distanz. Auf dem Boden liegend werden die Farben fließend auf der Leinwand verteilt. Es ergeben sich neue gestalterische Möglichkeiten zwischen Ornament, Muster und gegenständlicher Anmutung wie bewegtes Wasser, ziehende Wolken oder sich auflösende Figur. Aber gerade die Büsten verweigern ihre traditionelle Funktion als Portrait. Sie sind in Auflösung begriffen oder umgekehrt noch nicht aus der ungestalteten Malmasse herausgetreten in die klar umrissene, mimetische Form. Der Bildhauer Medardo Rosso hat dieses Prinzip des „Unfertigen“ für die Bildhauerei bereits vor 1900 entwickelt und zu einem Höhepunkt gebracht.

In diesem Geiste entwickelt sich in Michael Peltzers Malerei nicht nur der aller Malerei zugrunde liegende Konflikt von Form und Inhalt, sondern auch von Schein und Substanz. Eine eruptive Kraft lässt in der Substanz des Malmaterials einen außerbildlichen Verweis aufscheinen: einen Gegenstand, eine Figur, eine Landschaft. Dieses schafft eine sehr eigene Dynamik und Dramatik der eigentlich unspektakulär ins Bild gesetzten Dinge. Das Stadium des „Dazwischen“, des Unvollendeten ist das entscheidende Spannungsmoment dieser eigentümlichen Bildwelt, die so stark den Bedingungen des Bildes verhaftet ist.

Prof. Dr. Ferdinand Ullrich


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